Zehn Tage Zelte, Lagerfeuer und Gemeinschaft: Vom 31. Juli bis zum 9. August 2026 war die KjG Eberbach zum 50. Mal auf Zeltlager. Gefeiert wurde in Burggriesbach – mit einem Programm, das die vergangenen fünf Jahrzehnte Revue passieren ließ.

Aufbau bei Sonnenaufgang
Begonnen hat alles zwei Tage früher, als die meisten Kinder überhaupt gepackt hatten. Bereits am Dienstagmorgen um sechs Uhr machte sich das LKW mit unseren Zelte und Material auf den Weg zum Zeltplatz, weitere Helfer*innen folgten im Lauf des Vormittags. Wer schon einmal beim Aufbau dabei war, weiß, wie viel Arbeit darin steckt: Küchenzelt, Gepäckzelt, Schlafzelte, das Essenszelt „Hubsi“, dazu Stromleitungen, Lampen, Völkerball- und Volleyballnetz. Am Mittwochabend, als die Sonne unterging, stand der Platz.
Am Donnerstag kamen dann die 55 Kinder- und Jugendliche im Alter von 8 bis 15 Jahren.
Das Wetter blieb über weite Strecken eine Herausforderung. Es war ausgesprochen heiß, an manchen Tagen deutlich über 35 Grad. Das Leitungsteam reagierte mit Hitzetipps in der Lagerzeitung, ausreichend Schattenpausen und dem konsequenten Hinweis aufs Trinken. Insgesamt liefen über die zehn Tage mehr als 8.100 Liter Wasser durch die Wasserstelle.
Ein Programm durch fünf Jahrzehnte
Das inhaltliche Konzept des Jubiläumslagers orientierte sich an den Jahrzehnten seit 1976. Es begann mit einem Aufbruch in die Gründerzeit, führte über Schlaghosen-Sprint und Woodstock-Wettkampf in die Siebziger, über Neue Deutsche Welle und Mauerfall in die Achtziger und Neunziger bis in die Gegenwart.
Zu den Höhepunkten der zehn Tage gehörten:
- Der Ausflug nach Nürnberg mit Stadtrallye, freiem Bummel und Döner am Abend – gefolgt von einem selbst gebauten Casino.
- Das Freizeitbad Atlantis in Herzogenaurach, wo besonders die Reifenrutsche „Crazy River“ und der „Rote Riese“ für Begeisterung sorgten.
- Das Glühwürmchen-Spiel am selben Abend: Im Dunkeln mussten die Kinder möglichst viele versteckte Leiter*innen aufspüren, während in der Ferne ein Gewitter für eine natürliche Lichtshow sorgte.
- Die großen Geländespiele. Neben „Siedler“, das seit Jahren fest zum Lager gehört, machte in diesem Jahr besonders Stratego jede Menge Spaß – und endete in einer spontanen Wasserschlacht, bei den Temperaturen die logische Fortsetzung.
- Der Gottesdienst am Sonntag, den die Kinder kreativ mitgestalten konnten.
Dazu kamen die Klassiker, die kein Lager auslässt: Gruppenolympiade, Tageswanderung, Nachtspaziergang, Marshmallows am Feuer für die Nachtwache-Kinder und an fast jedem Abend ein Lagerfeuer mit gemeinsamem Singen.
Einen Blick über den Tellerrand steuerte eine Gruppenleiterin bei, die ihr Freiwilligenjahr in Südafrika verbringt und regelmäßig aus ihrem Alltag dort berichtete. So lernten die Kinder auch Chiro kennen – den südafrikanischen Partnerverband, der wie die KjG Teil des weltweiten katholischen Jugendnetzwerks FIMCAP ist.
Wasser-Challenge: messen statt schätzen
Möglich wurde in diesem Jahr auch ein Projekt, das wir uns schon länger vorgenommen hatten – gefördert über den #KLIMAL Klima-Euro des BDKJ Freiburg. Die Ausgangsfrage war simpel: Wie viel Wasser verbrauchen unsere Kinder und Jugendlichen eigentlich beim Zähneputzen und Waschen? Statt zu schätzen, haben wir gemessen. Ein digitaler Zähler an der Wasserstelle lief zehn Tage lang mit, die Zahlen erschienen jeden Tag in der Lagerzeitung.
Das Ergebnis: 8.857 Liter über das gesamte Lager, im Schnitt rund zwölf Liter pro Person und Tag – Wasserspiele eingerechnet. An normalen Tagen waren es nur drei bis sieben Liter pro Kopf. Zum Vergleich: Ein einziger Duschgang zuhause verbraucht rund 60 Liter.
Am Sonntag griff der Lagergottesdienst das Thema auf. Aus vielen einzeln bemalten Puzzlestücken setzten die Kinder ein großes KjG-Logo zusammen – mit der Botschaft, dass das Bild unvollständig bleibt, wenn ein Teil – eine Person – fehlt. Genau so verhält es sich mit dem Klimaschutz: Viele Maßnahmen in Summe machen einen guten Klimaschutz aus.
Der Bunte Abend als großes Finale
Der Freitag stand ganz im Zeichen der Gala-Edition des Bunten Abends. Passend zum Jubiläum orientierten sich die Programmpunkte an TV-Formaten aus 50 Jahren Fernsehgeschichte – von Modelshow über Akrobatik und Parcours bis zu den Montagsmalern. Das große Zelt wurde zur Fernsehbühne, es wurde gerannt, geraten, gelacht und viel applaudiert.
Die Küche legte an diesem Abend besonders nach: Ein Fingerfood-Buffet mit Burgern, Wraps, Hotdogs und Salaten wartete auf die Gruppen, die Burger-Theke wurde für einen Abend zur „Krossen Krabbe“. Den größten Applaus bekam am Ende aber die Küchencrew selbst, die sich mit Geschirrtuch über dem Arm hinter dem Buffet aufstellte.
Danke an alle, die das möglich gemacht haben
Ein Zeltlager dieser Größe trägt sich nicht von allein. Unser Dank gilt allen Gruppenleiter*innen und dem Orga-Team, der Küche und dem Einkauf, der technischen Leitung sowie allen, die beim Auf- und Abbau angepackt haben – viele davon in ihrer Freizeit und über Jahre hinweg.

Ein besonderer Dank geht in diesem Jahr auch wieder an die KjG Waibstadt, die uns logistisch und personell großartig unterstützt haben. Ohne diese Hilfe wäre das Jubiläumslager in dieser Form nicht möglich gewesen.
Der Abbau am Samstag war noch einmal ein eigener Kraftakt: Am Vormittag fuhr der Bus mit den Kindern ab, für das Leitungsteam ging es bis in den Abend weiter. Die letzte Nacht wurde noch auf dem Zeltplatz verbracht.
Nach zehn Tagen, unzähligen Liedern am Lagerfeuer und einem halben Jahrhundert Zeltlagergeschichte steht schon fest, worauf sich alle freuen: Bis 2027!































































